Pflege kann Vielfalt
Am BiZeP gehört Queersensibilität zum Ausbildungsalltag
Beim diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt sind rund 17.000 Menschen auf die Straße gegangen, so viele wie nie zuvor. Wir waren mittendrin: gemeinsam mit der evangelischen und diakonischen Community auf einem eigenen Truck. Unter dem Motto „Glaube. Liebe. Laut.“ haben wir für eine Gesellschaft demonstriert, in der jeder Mensch mit Respekt behandelt wird.
Für die Innere Mission Frankfurt ist das gelebter Alltag. Unsere Haltung zeigt sich auch in der Ausbildung zukünftiger Pflegefachpersonen am Bildungszentrum für Pflege (BiZeP). Denn gute Pflege beginnt für uns damit, Menschen offen und ohne Vorurteile zu begegnen. Niemand sollte Angst davor haben müssen, im Krankenhaus oder im Pflegeheim wegen der eigenen geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung benachteiligt zu werden. Trotzdem erleben viele LSBTIQ*-Personen noch immer Diskriminierung oder Unsicherheit im Gesundheitswesen. Gerade ältere queere Menschen berichten davon, dass sie befürchten, im Pflegefall ihre Identität verbergen zu müssen.
Clarissa Graz, theologische Vorständin der Inneren Mission Frankfurt, sagt dazu: „Das können wir natürlich nicht hinnehmen. Deshalb reagieren wir nicht mit Symbolpolitik, sondern mit struktureller Bildungsarbeit und hoher fachlicher Qualität.“
Das Thema queersensible Pflege gehört am BiZeP selbstverständlich zur Ausbildung. Die angehenden Pflegefachpersonen lernen, Menschen professionell und respektvoll zu begleiten. Dazu gehört auch, die eigenen Unsicherheiten zu erkennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Lehrende und Praxisanleitende bilden sich regelmäßig zu Diversity, gendersensibler Didaktik und interkultureller Kommunikation weiter. „Vielfalt bleibt damit kein theoretisches Konzept, sondern wird im Schulalltag sichtbar und erfahrbar“, betont Anna-Lena Bendel, Leiterin des BiZeP.
Der CSD ist dafür ein gutes Beispiel. Er bietet die Gelegenheit, über Respekt, Toleranz und gesellschaftliche Verantwortung ins Gespräch zu kommen.
Unsere Teilnahme am CSD war deshalb mehr als eine bunte Parade. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach, der Diakonie Frankfurt und Offenbach, der Regionalen Diakonie in Hessen und Nassau, der Diakonie Hessen, dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt Frankfurt und Offenbach, den AGAPLESION Frankfurter Diakonie Kliniken und vielen weiteren Partnerinnen und Partnern haben wir gezeigt, wofür wir stehen: für eine Gesellschaft, in der sich alle Menschen sicher, angenommen und respektiert fühlen.
© Fotos: Rolf Oeser
23.07.2026
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